Page 9 - Tettnang Info 2022/2023
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Tettnanger Ortschaften






             Neben der Kernstadt, gibt es in Tettnang die drei Ortschaften Kau, Langnau und Tannau
             mit ihrem jeweils eigenständigen Charakter. Hinter Tettnang beginnt das grüne Hügelland
             des württembergischen Allgäus. Dort liegen auch sechs der Tettnanger Dörfer.

























                                            Kapelle St. Josef im Kau, Foto: wikimedia, mk-fn  Oberlangnau mit ehemaligem Klostergebäude, Foto: wikimedia, ANKAWÜ  Pfarrkirche St. Martin in Tannau , Foto: wikimedia, Bubo














             Ortschaft Kau                 Ortschaft Langnau             Ortschaft Tannau
             Im Mittelalter war hier nichts als ein rie-  Der Ortsname Langnau stammt wohl  Das Gebiet der heutigen Ortschaft
             siges Waldgebiet. In diesem Wald wur-  von der Bezeichnung „Langen“, wobei  Tannau ist altes Siedlungsland. Der
             de vor 1700 ein Stück ausgehauen, um  hier nur das ehemalige Paulinerkloster  Ortsname  Tannau dürfte auf einen
             Platz für einen Montfort’schen Lebens-  gemeint war. Im Mittelalter kamen Teile  frühen Siedler, vielleicht namens „Tan-
             hof zu schaffen. Da hierzu Wald gero-  zu den Klöstern St. Gallen und Allerhei-  no“ zurückgehen.
             det, Holz gehauen werden musste, wur-  ligen in Schaffhausen sowie an die Gra-
             de dieser Hof ursprünglich einfach „Ge-  fen von Montfort. Um das Jahr 1389 er-  Lange Zeit gehörte das Gebiet den
             hau“ genannt, was schließlich zum  warb Graf Heinrich III von Montfort das  Montfortgrafen. Nach dem Ende der
             Ortsnamen Kau führte.         Kloster Langnau. Nach Querelen mit  montfortischen Herrschaft und den
                                           dem Allerheiligenkloster zog dieses sei-  tiefgreifenden politischen Veränderun-
             In den folgenden Jahren wurde weiter  ne Mönche zurück und die Montforter  gen wurden erstmals im Jahre 1810 die
             gerodet, denn der damalige Montfort-  machten ein Paulinerkloster daraus.   drei Gemeinden Kaltenberg, Missen-
             graf hatte begonnen, hier sog. Seldner                      hardt und Untermeckenbeuren er-
             anzusiedeln. Dies waren Leute, die kei-  Nach Auflösung des Klosters im Jahre  wähnt. Der Name der Gemeinde Mis-
             nen eigenen Grundbesitz hatten, aber  1787 wurde Langnau zu einer politi-  senhardt wurde 1824 in Tannau und der
             auf den Montfort'schen Lebensgütern  schen Gemeinde umgebildet. Im Jahre  von Kaltenberg 1953 in Obereisenbach
             arbeiteten. Um 1730, so sagt die Ober-  1938 wurde dann der Gemeindever-  umgewandelt.
             amtsbeschreibung, ließen sich 18 dieser  band „Langnau“ gebildet.  Heute ist Tannau mit seinen Ortschaf-
             Seldner hier in Kau nieder.
                                           Langnau mit seinen Ortschaften be-  ten weit über Tettnang hinaus bekannt.
             Noch heute ist für Kau das große Wald-  sticht durch die wunderschöne Land-  Vor allem aufgrund der Firmen vauDe
             gebiet charakteristisch, das sich bis fast  schaft des Argentals. Das Landschafts-  in Obereisenbach und Bergpracht
             bis zum Bodensee erstreckt. Die Lage  und Naturschutzgebiet lädt zum Fi-  Milchwerk in Siggenweiler. Das im Frei-
             zwischen Schussen und Wald lädt ein  schen, Radeln, Wandern und Wildwas-  zeitbereich tätige Unternehmen vauDe
             zum  Wandern und Radeln. Die Nähe  serfahren ein und bieten mit seinen  hat sich in kurzer Zeit aus bescheidenen
             zum See und die Ruhe des Hinterlandes  kleinen Seen und  Weihern das ideale  Anfängen zum Marktführer im Bereich
             machen Kau so attraktiv.      Umfeld zur Erholung und Entspannung.   Bergsport entwickelt.

             Bürgerbuch 2022/23                                                                                   7
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